Die beiden bildenden Künstler Sabine Floner und Günther Floner leben und arbeiten hier in einem ur-alten Steinhaus in der Buckligen Welt.
Das ist der Ausgangspunkt.
Ein Gutteil ihrer Arbeit ist nicht auf ein gegenwärtiges, momentanes Einkommen ausgerichtet. Wäre dem so, es würde kein Kulturhaus entstehen und es gäbe keinen lebendigen Kulturgarten.
Ein gewagtes Abenteuer, das ist gewiss, jetzt, wo die neue Zeit noch nicht begonnen hat und der rasende Kapitalismus mit eiserner Hand regiert. Ein Arbeiten ohne Netz sozusagen. Ganzheitliche künstlerische Perma-Kultur im zeitlosen, immateriellen Sinne.

In diesem Geiste erblüht das alte Steinhaus Schritt für Schritt zu einem leisen Kulturhaus und die ehemalige unfruchtbare Beton- und Rasenfläche rundherum wächst langsam zum Kulturgarten wild&frei heran.

Inzwischen kann man bei einem Rundgang schon einer Vielzahl an Lebenwesen begegnen. Sichtbare und Unsichtbare, materielle und feinstoffliche Bewohner haben sich seither angesiedelt – ein gemeinsames Zuhause gefunden. Heilkräuter, Früchte, Beeren, Gemüse, Blüten, Stimmungen, Lichter, Feen, Gnome, Engel, Waldgeister, Vögel, Krabbler, Flatterer und Summsis aller Art.

Zum Beispiel sie. Die Heilkräuter sind diese Auserwählten, diese Besonderen, dessen Kraft und Heilwirkung man zumindest teilweise kennt und zuordnen kann. Sie bekommen hier also einen gewissen Ehrenplatz.
Und dann die Blüten, die strahlenden Höhepunkte im Leben des grünen Volkes, Farben und Formen in unendlicher Vielfalt und Lichtkraft.

Später reifen dann die Früchte heran. Ein Festessen für alle stofflichen Wesen.
Früchte – Pfirsiche, Pflaumen, Äpfel, Marillen, Nektarinen, Birnen, Kirschen, Weichseln, Maulbeeren, Indianerbananen, Khakis, Nashis, Ringlotten, Mirabellen, Kastanien und Walnüsse in verschiedenen Arten und Formen haben im Kulturgarten wild und frei ein Zuhause gefunden.
Die kleinen Früchte heißen Beeren oder Trauben, wie alle wissen.
Das Wesen dieses Kulturgartens ist natürliche Freiheit. Dies entspricht dem Sinn seines und unseres Lebens. Und doch ist er umhegt und umsorgt, so wie auch wir uns das wünschen. Er ist geachtet – sozusagen.
Diese leckere Reichhaltigkeit zieht Tierchen aller Art in den Kulturgarten wild und frei hinein. Sie sind überrascht, soviele Schnappis und Freunde zu finden. Und da gibt es auch genügend Räume um sich eine Wohnung einzurichten.

Er darf wild, braucht aber nicht alleine zu sein. Sich selbst überlassen.
Nein, er bekommt Zeit, Zuneigung und den Schwachen wird geholfen.
Wir leben in der sogenannten Buckligen Welt und wie der Name schon sagt, ist es teilweise steil in unserer Liegenschaft. Wir haben also Plateaus aufgeschichtet und und erst dann Beete angelegt. Wilde und freie Lebensmittel dürfen sich hier entfalten. Zum Wohle seiner Betreuer und zum Wohle aller Mitbewohner.
Sie sind noch ein wenig unsicher, die Pflanzen, denn sie sind ja leider nur die totale Unterdrückung, die militante Züchtung und vor allem die generalstabsmäßige Anordnung gewöhnt. Viele ihrer Eltern und Vorfahren mussten diese Gemeinheiten erleben und aushalten.
Aber jetzt und hier, im Kulturgarten wild&frei können sie alle sie selbst sein und Freunde werden.
Unter der Bezeichnung Stilleben kann man Kunstwerke verstehen, die die Natur mit ihrem Licht im Kulturgarten wild und frei ganz von alleine erschafft. Wenigstens ein winziger Bruchteil davon soll hier sichtbar gemacht werden.
Das sogenannte Tagebuch will Einblick geben in Dasein und Entfaltung von „Die kleine Burg – Das leise Kulturhaus“ und seinem Lebensmittel-Garten.
Phasenweise enthält es auch Gedanken zum Leben außerhalb unseres Arbeitsbereiches. Das rasende kapitalistische Herrschaftssystem versucht mit grenzenloser Manipulation und hemmungsloser Ausbeutung seinen längst fälligen Zusammenbruch zu verhindern. Im Zuge dessen wird auch die Hinwendung der Menschen zum Großen himmlischen Geist mit allen Mitteln lächerlich gemacht und damit verhindert. All diese Geschehnisse kann das Tagebuch hier im Kulturgarten wild und frei natürlich nicht gänzlich unkommentiert lassen.
Weitere Beiträge und Stellungnahmen zum großen Endkampf dieses digital-finanziellen Komplexes und seiner allumfassend scheinenden internationalen Hegemonie finden Sie auch in den sozial- und kulturpolitischen Texten von Günther Floner in den Webseiten von Soziokultur Österreich.














